Die wichtigsten Kenngrößen, welche sich aus der Spiroergometrie ermitteln lassen sind:

Die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max): 

Gibt an wie viel O2  bei einer körperlichen Belastung maximal aufgenommen werden kann. Da die Oxidation (Verbrennung) von Fetten und Kohlenhydraten nur unter O2  Zufuhr funktioniert, ergibt sich für die maximal mögliche Sauerstoffaufnahme eines Menschen eine wesentliche physikalische Größe, die im direkten (bei gesunden Menschen linear) Zusammenhang mit deren Leistungsfähigkeit steht. Die maximale Sauerstoffaufnahme gilt als GOLDSTANDARDPARAMETER der kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit.

 

Das Atemminutenvolumen (VE): Entspricht dem Volumen an Atemluft, welche ein Mensch in einer Minute ein und wieder ausatmet.

Ein Erwachsener atmet in der Minute etwa 15 – 18 Mal ein Volumen von 500 – 700 ml. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Wert von ca. 10 Litern.

Dieser Wert kann unter Belastung auf das 3-4 fache steigen und bei gut trainierten Ausdauersportlern das 15 fache des Ausgangswertes betragen.

 

Die Kohlendioxidabgabe (VCO2): gibt den Anteil des CO2 in der ausgeatmeten Luft an. 

Atemfrequenz (AF): gibt die Anzahl der Atemzüge pro Minute an. Sie ist im Normalfall atemmechanisch auf 50/min begrenzt.

 

Diese Werte führen zur Ermittlung des

Respiratorischen Quotienten (RQ): ist der Quotient aus der Kohlendioxidabgabe und der Sauerstoffaufnahme eines Menschen. Der RQ hängt von der Art des verstoffwechselten Substrates ab. Im Ruhezustand werden überwiegend Fette verstoffwechselt. Mit steigender Belastung verschiebt sich die Energiegewinnung zu Gunsten der Kohlenhydratverstoffwechselung. Einer reinen Fettverbrennung kann ein Wert von 0,7 und einer reinen Kohlenhydratverbrennung ein Wert von 1,0 zugeordnet werden. Werden Werte > 1,0 erreicht, ist davon auszugehen, dass ein Großteil der bereitgestellten Energie bereits der anaeroben Energiegewinnung zuzuordnen ist. Bei einem RQ > 1,1 kann man von einer "Ausbelastung des Probanden" sprechen.

 

RQ = VCO2 / VO2

Die anaerobe Schwelle (ANS): Sie gilt als Kriterium der Dauerbelastungsgrenze. Die  Laktatbildung und deren Abbau befinden sich im Gleichgewicht ("steady state"). Ein Vorteil bei der Messung der anaeroben Schwelle ist die Unabhängigkeit von der Mitarbeit der untersuchten Person. Bei gesunden Personen ist in einem Belastungstest das Erreichen dieses Wertes zu erwarten. Der Bereich der anaeroben Schwelle beginnt bei einem RQ > 1 und kann individuell (in Abhängigkeit von der Genetik und des Trainingszustandes der Testperson) stark schwanken.